Sri Chinmoy über Freude

    sc-7

Sri Chinmoy – ein Leben in Freude.

Sri Chinmoy hatte die Freude in seinem reichhaltigen Leben entdeckt. Er war ein authentischer Meister der Meditation, welcher einen modernen, integralen Yogaweg lehrte. Am 11.Oktober 2007 ist Sri Chinmoy gestorben. Jedoch hat er viele Schriften zurück gelassen, die das Wesen der Freude näher beschreiben und daher für jeden Menschen von großem Nutzen sein können. “Wahre innere Freude“, betonte Sri Chinmoy immer wieder, “ist selbst erschaffen. Sie ist unabhängig von äußeren Umständen.” Und er ergänzte: “In dir und durch dich hindurch fließt ein Fluss, der die Botschaft der Freude mit sich trägt. Dies göttliche Freude ist der einzige Sinn des Lebens.”

Freude erfahren durch Selbst-Erkenntnis.

“Wir alle sind Sucher, und wir haben alle dasselbe Ziel: inneres Licht und innere Freude zu erlangen, untrennbar eins mit unserer Quelle zu werden und ein Leben voll echter Erfüllung zu führen”, so Sri Chinmoy. Doch wie können wir diese Ziele, dieses innere Licht und diese innere Freude erlangen? Dazu Sri Chinmoy weiter: “In Freude zu leben bedeutet, ein inneres Leben zu führen – das Leben, welches zur Selbstverwirklichung führt. Selbstverwirklichung ist Gottverwirklichung, denn Gott ist nichts anderes als jene Göttlichkeit, die tief im Innern eines jeden von uns nur darauf wartet, entdeckt und enthüllt zu werden.” Sri Chinmoy verwendete für dieses Göttliche auch das englische Wort “Supreme”, was soviel wie “Absoluter” oder “Höchster” bedeutet.

Sri Chinmoy über Freude: Freude durch innere Versenkung.

Wahre innere Freude kann gemäß Sri Chinmoy nur in uns selbst gefunden werden. “Nur wenn wir das innere Leben nähren”, so Sri Chinmoy, “kann das äußere Leben von wirklicher Bedeutung sein.” In diesem Zusammenhang betont Sri Chinmoy die Notwendigkeit der regelmäßigen Meditation, wenn er fragt: “Wie stellen wir die Verbindung zwischen dem inneren und äußeren Leben her?” Und Sri Chinmoy antwortet selbst darauf: “Durch die göttliche Kunst der Meditation. Wenn wir Meditation praktizieren, wird jeder Augenblick zur goldenen Gelegenheit, Depression, Frustration, Ärger, Furcht und andere negative Eigenschaften abzuschütteln und die göttlichen Eigenschaften der inneren Welt zum Vorschein zu bringen: Liebe, Freude und Licht.”

Freude durch Bewusstsein.

“Bewusstsein ist der Lebensfunken”, sagt Sri Chinmoy, “der jeden Menschen mit dem universellen Leben verbindet. Bewusstsein ist das Bindeglied zwischen Gott und dem Menschen, zwischen Himmel und Erde. Ohne Bewusstsein”, betont Sri Chinmoy, “ist alles eine öde Wüste.” Es gibt viele Stufen des Bewusstseins. Je höher der Mensch hierbei voranschreitet, desto mehr Freude erfährt er. Dazu Sri Chinmoy: “Bewusstsein ist wie eine Leiter. Man kann die einzelnen Sprossen hinauf- und hinuntersteigen.” Kurz beschrieben handelt es sich bei diesen Sprossen gemäß Sri Chinmoy, um den Körper, die Lebensenergie, das Mental, das spirituelle Herz und die Seele.

Freude durch den “Inneren Schrei”.

Ein bedeutsamer Faktor, um innere Freude im Leben zu erlangen, ist der innere Schrei des Menschen nach etwas Höherem, Erfüllenderem. Dieser innere Schrei und die damit einhergehende Freude ist gemäß Sri Chinmoy einer der grundlegendsten Dinge im Leben eines spirituellen Suchers. Durch diesen inneren Schrei bereitet sich der Einzelne auf die göttliche Herabkunft vor. Dazu Sri Chinmoy: “Inneres Streben ist der aufsteigende Schrei, der emporsteigende Schrei in unserem Herzen. Durch diesen inneren Schrei können wir in das göttliche Bewusstsein eintreten.” Und dieser innere Schrei bringt unverzüglich jene Freude mit sich, nach der sich der Mensch schon sein ganzes Leben lang sehnt. Dies ist unvermeidlich, oder wie es Sri Chinmoy poetisch formuliert: “Nein, kein innerer Schrei kann jemals ungehört bleiben.”

Freude durch die Botschaft der Seele.

“Die Seele ist der aus sich selbst erstrahlende Bote Gottes in uns”, so Sri Chinmoy. “Sie kennt keine Geburt, kein Vergehen, keinen Tod. Sie ist ewig. Sie ist unsterblich.” Diese Seele trägt daher die Botschaft grenzenloser Freude mit sich, da sie in den Worten Sri Chinmoys “unmittelbar von Gott” kommt. Und was ist Gott, wenn nicht ewig währende Freude oder, im spirituellen Sprachgebrauch, Glückseligkeit? “Bevor sie eine menschliche Inkarnation annimmt”, sagt Sri Chinmoy, “erhält die Seele eine innere Botschaft über ihre göttliche Aufgabe auf der Erde.” Sobald wir diese Botschaft entdecken, tritt eine damit einhergehende große Freude an die Oberfläche, die darauf hinweist, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.

Freude durch Weltannahme.

“Wir müssen die Welt annehmen wie sie ist”, betont Sri Chinmoy. “Wie können wir etwas verwandeln, wenn wir es nicht zuvor annehmen?” Sri Chinmoy gebraucht dafür das Bild des Töpfers, der aus einem Tonklumpen etwas Schönes herstellen kann. Diese Annahme bringt unverzüglich innere Freude mit sich, denn die Annahme und Verwandlung der Welt in etwas Göttliches, ist das größte Ziel der spirituellen Evolution. Darüber hinaus betont Sri Chinmoy, dass “der Schöpfer niemals von Seiner Schöpfung getrennt sein kann.” Und schon alleine aus diesem Grund ist die vollkommene Annahme der Welt unabdingbar, denn, so Sri Chinmoy: “Die Welt, in der wir leben ist Seine Schöpfung. Er ist hier. Er weilt in allen Dingen.”

Sri Chinmoy über Freude: Freude durch Toleranz.

“Jeder muss Gott entsprechend seinem eigenen inneren Vermögen verwirklichen. Und jeder Mensch kann den Aspekt Gottes wählen, der ihn am meisten anspricht.” Diese Worte Sri Chinmoys sind die Grundlage einer wahren Freude im Menschen. Denn diese wahre Freude kann nur in der Erkenntnis der Einheit in der Vielzahl entstehen. Darüber hinaus betont Sri Chinmoy, dass es “für die Praxis der Meditation unwesentlich ist, welcher Religion man angehört.” Sri Chinmoy vergleicht in diesem Zusammenhang Religionen mit verschiedenen Räumen, Spiritualität jedoch mit einem großen Haus, welches alle diese verschiedenen Zimmer beinhaltet. “Ein aufrichtiger Sucher nach der ewigen Wahrheit wird deshalb”, in den Worten Sri Chinmoys, “den tiefsten Respekt und die höchste Verehrung für alle Religionen besitzen”. Und dadurch wirkliche innere Freude und Erfüllung erfahren.

Freude durch Beginnen.

“Hier und jetzt”, sagt Sri Chinmoy, “ist der Leitspruch der Seele.” Jeder Beginn hat seinen eigenen Reiz. “Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”, sagt daher auch der große deutsche Dichter Hermann Hesse. Selbst wenn dieser Beginn anfänglich nur der Neugierde erwächst, ist es doch ein Beginn, so Sri Chinmoy. Und dieser Anfang hält eine grenzenlose Freude für den Menschen bereit. Denn nach nichts sehnt sich das Innerste mehr, als nach etwas Neuem, Unbekanntem und Verborgenem – den tiefsten Geheimnissen der Existenz, die unter der Oberfläche im Geheimen ruhen.

Freude durch Meditation.

“Meditation ist eine göttliche Gabe”, sagt Sri Chinmoy. “Meditation vereinfacht unser äußeres Leben und stärkt unser inneres Leben. Meditation”, so Sri Chinmoy weiter, “schenkt uns ein natürliches und spontanes Leben, ein Leben, das so natürlich und spontan wird, das wir nicht mehr atmen können, ohne uns unserer eigenen Göttlichkeit bewusst zu sein.” Und alle göttlichen Eigenschaften folgen, denn “wir werfen uns”, ergänzt Sri Chinmoy, “in eine immense Weite hinein, in ein grenzenloses Meer von Freude und Seligkeit. Wir fühlen, dass wir selbst der Himmel sind, und alle Vögel die vorbeifliegen, können unsere Ruhe nicht stören. Unser Verstand ist der Himmel und unser Herz ist das unendliche Meer. Das ist Meditation!”

Freude durch Gebet.

“Gebet und Meditation sind wie Vorder- und Rückseite derselben Medaille. Beide sind wirksam”, betont Sri Chinmoy. “Das Wesen des Gebetes besteht darin, Gott zu erreichen, indem wir hinaufsteigen. Wir fühlen”, so Sri Chinmoy weiter, “dass unser Dasein eine zielgerichtete emporsteigende Flamme ist.” Und diese Flamme sehnt sich nach immer währender Freude. Denn diese immer währende Freude ist das Ziel und das letztendliche Verlangen eines jeden menschlichen Strebens. “Das höchste Gebet” jedoch, so Sri Chinmoy abschließend, “ist zugleich der Anfang der Meditation”. Dieses Gebet lautet: “Dein Wille geschehe.”

Sri Chinmoy über Freude: Freude durch korrektes Üben.

“Wenn du ein spirituelles Leben führen willst”, so Sri Chinmoy, “dann solltest du mindestens einmal am Tag meditieren.” Meditieren bedeutet innere Freude erfahren. Daher ist es am besten diese innere Freude bereits Morgens zu spüren, denn der Morgen, so Sri Chinmoy weiter, “ist der Vorbote des ganzen Tages”. Zudem sind Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit sehr hilfreich und wichtig. “Denn wenn du regelmäßig und pünktlich bist”, betont Sri Chinmoy in diesem Zusammenhang, “wirst du sehen, welchen Fortschritt du machst”. Auch sind bestimmte Dinge, wie Körperhaltung, Blumen und Räucherwerk durchaus bedeutsam. Dazu Sri Chinmoy: “Beim Meditieren ist es wichtig, das Rückgrat aufrecht und gerade zu halten und den Körper zu entspannen.” Entspannung bedeutet Freude. “Auch wird es helfen, wenn du Räucherstäbchen und Kerzen anzündest und Blumen vor dir hinstellst.” Dadurch diesen deren Duft und Anblick kann die innere Freude immens vergrößert werden.

Freude durch richtiges Atmen.

“Richtiges Atmen”, sagt Sri Chinmoy, “ist bei der Meditation sehr wichtig.” Dabei können bestimmte Vorstellungen die Meditation unterstützen und die innere Freude vergrößern. So rät Sri Chinmoy zum Beispiel: “Stell dir vor, dass du nicht Luft, sondern kosmische Energie einatmest. Fühle, dass es keine Stelle in deinem Körper gibt, die nicht von kosmischer Energie erfüllt wird. Sie fließt wie ein Fluss in dir und reinigt dein ganzes Wesen.” Und auch das Ausatmen kann zur Erreichung innerer Freude beitragen, denn so Sri Chinmoy weiter: “Wenn du dann mit dem Ausatmen beginnst, fühlst du, dass du allen Unrat aus deinem Innern ausatmest – all deine ungöttlichen Gedanken, dunklen Vorstellungen und unreinen Handlungen.”

Freude durch innere Freundschaft.

Freude und Freundschaft hören sich nicht nur ähnlich an und werden ähnlich geschrieben, sondern gehören auch sehr eng zusammen. Hierzu hält Sri Chinmoy eine kleine Übung bereit: “Stell dir vor, dass du an der Türe deines Herzens stehst und dass du Liebe, Licht, Freude und all deine anderen göttlichen Freunde eingeladen hast einzutreten. Wenn du jeden Tag auch nur an einen Freund denken und diesen Freund bitten kannst, durch die Türe deines Herzens herein zu kommen, dann ist das der Anfang einer göttlichen Freundschaft. An einem Tag wirst du deinem Freund Liebe erlauben einzutreten, an einem anderem Tag deinem Freund Freude.” So wird sich die Fähigkeit des Einzelnen immer mehr vergrößern. Und was bedeutet diese Transzendenz, wenn nicht, so Sri Chinmoy weiter, als grenzenlose inneres Glück, innere Freude zu erfahren?

Freude durch Meditation auf das Herz.

“Es ist besser, im Herzen als im Verstand zu meditieren”, betont Sri Chinmoy. Der Verstand ist von Natur aus ruhelos und daher ist eine wirkliche innere Freude hier selten zu spüren. “Das Herz jedoch”, so Sri Chinmoy weiter, “ist unbegrenzt. Hier entwickelst du die Fähigkeit, dich mit der Freude und der Erfüllung die du fühlst zu identifizieren und sie dir dauerhaft zu eigen zu machen.” Gut ist es auch an dieser Stelle die eigene Vorstellung zu gebrauchen, “denn”, so Sri Chinmoy, “es ist gut beim Meditieren zu fühlen, dass du ein kleines Kind bist, welches in einem Blumengarten spielt.” Denn dieser Blumengarten ist ein Symbol für das spirituelle Herz. “Auf diese Weise”, ergänzt Sri Chinmoy, “kannst du lernen im Herzen zu meditieren”, welches immer größte Freude bereit hält.

Sri Chinmoy über Freude: Freude durch richtige Meditation.

“Wenn du richtig meditierst”, sagt Sri Chinmoy, “wirst du spontane innere Freude empfinden und innen und außen spüren. Wenn du eine gute Meditation hast, wirst du danach ein gutes Gefühl der Welt gegenüber haben.” Jedoch betont Sri Chinmoy auch, dass sich ein Anfänger eine Zeitlang gedulden muss, um derartige Meditationserfahrungen und die damit verbundene innere Freude zu machen. “Sei jedoch nicht beunruhigt, wenn du am Anfang noch nicht gut meditieren kannst. Doch Schritt für Schritt wird deine Fähigkeit wachsen”, versichert jedochSri Chinmoy. Und damit auch die innere Freude, die diesem Fortschritt und dieser Fähigkeit folgt.

Freude durch die tägliche Praxis der Meditation.

“Wir sagen”, erläutert Sri Chinmoy, “von jemandem er sei praktisch, wenn er zum richtigen Zeitpunkt das Richtige tut, so dass sein äußeres Leben ohne Hektik verläuft.” Daher ist die Meditation etwas Praktisches, denn sie führt den einzelnen zu seiner inneren Quelle, die reine, grenzenlose Freude ist. “Wenn wir meditieren”, so Sri Chinmoy weiter, “werden wir inneres Gewahrsein erlangen. Dadurch haben wir Zugang zur unendlichen Wahrheit und immer währender Freude.” Und Sri Chinmoy betont abschließend: “Der innere Pragmatismus muss das äußere Leben leiten, und nicht umgekehrt.” Das Ergebnis ist grenzenlose innere Freude.

Sri Chinmoy über Freude: Freude durch Erkenntnis der höchsten Wirklichkeit.

“Die höchste Wirklichkeit”, sagt Sri Chinmoy, “ist etwas, in das man hinein wächst, indem man dem Pfad der Meditation folgt.” Oder man könnte auch sagen – der inneren Freude folgt, die als Wegweiser fungiert. Aus diesem Grund, so Sri Chinmoy weiter, ist “das göttliche Leben für uns auf Erden nicht unerreichbar.” Was ist das göttliche Leben? Die Erfahrung höchster Liebe und Freude. “Du kannst dein Leben ändern”, versichert Sri Chinmoy. “Du brauchst keine Jahre oder auch nur Monate auf diese Veränderung zu warten. Diese Veränderung beginnt in jenem Augenblick, in dem du in das Meer der Spiritualität eintauchst.” In das Meer tiefster Meditation und größter Freude.

Freude durch den Glauben an sich selbst.

“Stärke deinen Glauben an dich selbst”, sagt Sri Chinmoy, “nichts wird dich ängstigen oder schwächen können.” Und was bedeutet dies, wenn nicht grenzenlose Freude? Doch wie diesen Glauben festigen? Dazu Sri Chinmoy: “Ein Weg, mehr Glauben zu entwickeln, besteht darin, mit Menschen zu verkehren, die schon Glauben besitzen. Dein Herz wird dabei unbewusst wie ein göttlicher Magnet wirken, der die göttlichen Eigenschaften des anderen anzieht.” Denn genauso wie Zweifel auf eine negative Weise ansteckend ist, so verhält es sich im positiven Sinn auch mit dem Glauben. Und dieser Glauben bringt große Freude mit sich, denn er entspringt der tiefen inneren Quelle des Menschen, die reinste Freude ist.

Freude durch die Unterscheidung zwischen innerem Freund und Feind.

“Zweifel ist der denkbar größte Feind in unserem innerem Leben”, sagt Sri Chinmoy. Ein Tropfen dieses Zweifel-Giftes reicht aus, um die innere Freude vollkommen auszulöschen. Dies ist eine wichtige und absolut notwendige Erkenntnis, um im spirituellen Leben voranzuschreiten und um wahre Freude zu erlangen. “Deine neuen Freunde”, betont Sri Chinmoy deshalb, “sind Glaube und Mut. Diese beiden Freunde”, so Sri Chinmoy weiter “waren immer bei dir, doch du hast dich nie um sie gekümmert.” Und alles hat seinen Stolz. Daher muss dem Zweifel das Gefühl gegeben werden, dass er nicht erwünscht ist und den Qualitäten Glaube und Mut, d a s s sie erwünscht sind. Das Ergebnis ist grenzenlose Freude.

Sri Chinmoy über Freude: Freude durch die Überwindung des Zweifels.

“Der beste und wirkungsvollste Weg, den Zweifel zu überwinden”, so Sri Chinmoy, “ist sich vorzustellen, dass man durch und durch Sicherheit ist. Fühle, dass du reiner Mut bist”, ergänzt Sri Chinmoy. Doch dazu müssen wir eine wirkliche Anstrengung unternehmen. “Den Zweifel”, so Sri Chinmoy, “werden wir nie durch Wunschdenken allein überwinden.” Doch es ist es wert, diese Bemühung zu machen, denn das Ergebnis wird unermessliche Freude sein, die auf dem Grund des inneren Mutes verborgen liegt und nur seiner Entdeckung harrt. Und dazu müssen wir unsere Seele zu Hilfe nehmen, die, so Sri Chinmoy, “mehr Macht hat als der Verstand”, und uns deshalb den Weg hin zu Mut und Freude weisen kann.

Freude durch das Finden der wahren, inneren Bestimmung.

“Zweifel”, so Sri Chinmoy, “wird uns verlassen, wenn wir fühlen, dass wir dazu bestimmt sind, etwas für Gott zu tun. Der Ausdruck – dazu bestimmt- , so Sri Chinmoy weiter, “gibt uns enorme Kraft und bringt grenzenlosen Mut hervor. Selbst wenn jemand von Natur aus schwach ist, wird aus der inneren Welt sofort Heldenhaftigkeit hervortreten, sobald er sagt, er sei dazu bestimmt, für Gott zu arbeiten.” Und das Ergebnis wird wahre innere Freude sein. “Er wird gegen jegliches Hindernis”, so Sri Chinmoy, “mit einer Kraft und Entschlossenheit kämpfen, die ihn selber überraschen wird. Die Worte – dazu bestimmt – werden den Stolz all dieser negativen Kräfte brechen.” Glück und Freude erwarten ihn.

Freude durch Glauben.

“Glaube wirkt Wunder”, betont Sri Chinmoy. “Die Abwesenheit von Zweifel ist eine Sache, doch Glaube, echter Glaube ist etwas anderes.” Wahrer Glaube ist im menschlichen Leben eine Rarität, doch er ist nicht unmöglich. “Jedoch”, so Sri Chinmoy, “nur indem wir das ewige Buch der Wahrheit in unserm inneren Leben studieren, können wir spirituell erleuchtet werden”, und gleichzeitig Freude fühlen, Freude verkörpern und letztendlich zur höchsten Freude werden. Der Samen dieses Buches ist unserer spirituelles Herz, welches noch verborgen in uns liegt. Jedoch mit der Zeit, so Sri Chinmoy, “wird daraus ein Schössling, und schließlich wächst er zu einem riesigen Banyanbaum heran”. Freude und Glauben sind nun durch tiefe innere Wurzeln gefestigt.

Sri Chinmoy über Freude: Freude durch den Glauben eines Kindes.

Glaube ist nicht gleich Glaube. Der Glaube eines Kindes ist dabei am stärksten ausgeprägt. “Ein Kind ist davon überzeugt”, sagt Sri Chinmoy, “dass seine Mutter nicht einmal unbewusst etwas machen kann, was ihm Schaden zufügen könnte.” Und in der damit verbundenen stetigen Freude gedeiht das Kind und wächst heran. Man könnte diese Art des Glaubens und der Freude auch blindes Vertrauen nennen. Oder sogar blinden Glauben. “Wahrer Glauben”, betonte der spirituelle Meister Sri Ramakrishna jedoch einmal, “ist in wahrhaft immer blind, sonst ist es kein Glauben mehr, sondern Wissen.” Daher ist es im spirituellen Leben ratsam, diese Art von Vertrauen zwischen dem Göttlichen und sich selbst aufzubauen, um eine immer währende Freude zu erfahren.

Freude durch inneren Mut.

“Mut ist eine absolute Notwendigkeit im spirituellen Leben”, so Sri Chinmoy. “Allein das spirituelle Leben anzunehmen, verlangt ungeheuren Mut. Dieser Mut ist unser ständiges Gewahrsein der Wirklichkeit.” Einer Wirklichkeit, die in Wahrheit reinste Freude ist. Furcht begründet sich auf Dunkelheit und Unwissenheit. “Doch sobald wir das Licht anmachen”, so Sri Chinmoy, “wird die Dunkelheit erleuchtet und unsere Furcht verschwindet.” Eine Grenzenlose Freude ist die Folge, da wir jetzt unsere inneren Schätze im Licht der Wahrheit erblicken. Furcht existiert darüber hinaus meistens aus einer Art subjektiven Angst heraus. “Warum?”, fragt Sri Chinmoy, um unverzüglich zu antworten: “Weil wir unsere Einsseins-Wirklichkeit noch nicht hergestellt haben.” Gelingt uns dies jedoch wird größte Freude das unmittelbare Ergebnis sein.

Freude durch frei sein von Furcht.

Mut, wie oben bereits erwähnt liegt im Einssein mit allem begründet. Um aber vollkommen frei von Furcht zu sein, benötigen wir zusätzlich noch die Kraft unserer Seele. Oder, in den Worten Sri Chinmoys: “Was wir brauchen, um unsere Lebensenergie von Furcht zu befreien, ist die dynamische Ausdehnung unserer Seele. Was wir brauchen, um unseren Verstand von Furcht zu befreien, ist die verwandelnde Erleuchtung unserer Seele. Was wir schließlich brauchen, um unser Herz von Furcht zu befreien, ist die erfüllende Vollkommenheit unserer Seele.” Diese Ausdehnung führt zu unmittelbarer Freude, denn wahre Freude findet sich nur in Annahme und Transzendenz.

Sri Chinmoy über Freude: Freude durch die Leerung des Verstandes.

Der Verstand ist das größte Hindernis, wahre und immer währende Freude zu erfahren. Eine Freude, die in jedem Menschen verborgen liegt und nur darauf wartet an die Oberfläche zu drängen. Deshalb müssen wir, so Sri Chinmoy, “unseren Verstand täglich leer machen”. Wie gehen wir dabei am besten vor? Dazu Sri Chinmoy: “Versuche früh am Morgen ungefähr zehn Minuten lang, keinen einzigen Gedanken zu haben, ob gut oder schlecht, göttlich oder ungöttlich. Wenn ein Gedanke kommt, lass ihn nicht ein. Wenn du dein Gefäß nicht zuerst leer machst, können Licht, Freude und Seligkeit nicht hereinströmen.” Aus diesem Grund sind Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit im spirituellen Leben von größer Wichtigkeit. Dies mag sich für den menschlichen Verstand sehr disziplinarisch anhören, das Ergebnis jedoch ist eine tiefe und erfüllende innere Freude.

Freude durch Überwinden der Angst vor dem Versagen.

Die Angst vor dem Versagen ist tief im Menschen verwurzelt und steht einer grenzenlosen Freude oder auch nur einer kleineren Freude im Weg. Das muss jedoch nicht so sein. Dazu Sri Chinmoy: “Diese Angst wird verschwinden, sobald du erkennst, dass eine Niederlage nichts Beschämendes, Zerstörerisches oder Schmerzhaftes ist.” Ganz im Gegenteil. Eine so genannte Niederlage kann uns im Leben sogar vorwärts bringen. Hierzu noch einmal Sri Chinmoy: “Wir dürfen ein Versagen oder einen Fehlschlag nie als etwas Abgeschlossenes oder den Endpunkt einer Erfahrung betrachten, sondern vielmehr als einen Teil unseres Erfahrungsprozesses.” Dieser Erfahrungsprozess schenkt uns grenzenlose Freude, denn er ist die bewusste Annahme des Lebens selbst.

Freude durch Überwinden der Angst vor dem Inneren Leben.

Obwohl es schwer zu glauben ist, da das Leben der Spiritualität ja große Freude bereithält, haben viele Menschen zu Beginn Angst davor. “Doch”, so Sri Chinmoy, “das innere Licht kann dich nie enttäuschen. Es ist die Dunkelheit, die uns enttäuscht.” Sri Chinmoy rät daher, sich zu fragen, ob einem das äußere Leben jemals wirkliche Erfüllung und Freude geschenkt hat. Die Antwort wird mit Sicherheit negativ sein. Zudem betont Sri Chinmoy, dass das spirituelle Leben niemals ein künstliches Leben sein könne. Spiritualität sei etwas “Natürliches und Spontanes.” Darüber hinaus betont Sri Chinmoy auch, dass Vollkommenheit und wahre innere Freude das große Ziel der Spiritualität sind, welches nur darauf warte vom Menschen entdeckt zu werden.

Freude durch Liebe.

Liebe hält das Universum zusammen. Der bekannte deutsche Physiker Hans-Peter Dürr sagte einmal am Ende eines Vortrages: “Ohne Liebe ist die Welt nichts weiter wie ein aufgerollter Faden.” Liebe ist daher sozusagen das Klebemittel, welches “die Welt im Innersten zusammenhält”. Und wie wäre eine Liebe ohne Freude überhaupt denkbar? Daher weist Sri Chinmoy darauf hin, dass wir stets an “Gott den All-Liebenden” denken sollten. Und Sri Chinmoy betont auch: “Gott, den Tyrannen gibt es nicht. Es gibt nur einen Gott, und dieser Gott ist Gott die Liebe.” Dieses Wissen und Vertrauen ist für den Menschen eine große Erleichterung und schenkt ihm große Freude. Darüber hinaus, sagt Sri Chinmoy, dass “jeder Mensch Gottes Traum in sich trägt”. Jenen Traum, den Er in die Herzen eines jeden gepflanzt hat. Und dieser Traum hat nichts anderes zum Ziel, als eine grenzenlose Freude in dieser Welt der Formen zu entdecken und zu offenbaren.

Freude durch Demut.

Demut ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Mensch besitzen kann, denn ohne Demut kann er kaum die Erfahrung von wirklicher Freude machen. Das Gegenteil von Demut ist Stolz, was ein Ausdruck des Gefühle von Getrenntheit ist. Daher sagt auch Sri Chinmoy, dass “Demut das wahre Geheimnis des spirituellen Lebens ist. Demut ist unser Gefühl eines geweihten Einsseins mit der Menschheit.” Dadurch kommt es zu einer wirklichen Erfüllung und Freude im Leben. Und diese Demut und die damit einhergehende Freude, erlangen wir durch Meditation. Dazu Sri Chinmoy: “Wenn wir regelmäßig meditieren, erhalten wir Licht und Freude im Überfluss. Wenn wir diese Eigenschaften erhalten fühlen wir spontan, dass es unsere innere Pflicht ist, mit dem Rest der Welt untrennbar eins zu werden. Zu diesem Zeitpunkt entwickeln wir echte Demut.” Und werden überflutet von einem Meer der inneren Freude.