
Im Endlichen gibt es kein ewiges Glück.
“Im Endlichen gibt es kein Glück, nur im Unendlichen gibt es wahre Seligkeit”, sagen die alten indischen Schriften. Und doch sucht der Mensch sein Glück genau hier - und findet es nie. Denn die Welt der Formen ist dem stetigen Wandel unterworfen. “Nichts ist beständiger als der Wandel”, sagt deshalb auch eine bekannte Weisheit. Wenn aber die Welt der Formen, da sich unaufhörlich wandelnd, entstehend und vergehend kein wirkliches Glück in sich birgt, stellt sich zu Recht die Frage, wo es denn zu finden ist. Genau deshalb, zur Beantwortung dieser so essentiellen Frage, ziehen sich manche Menschen zurück und suchen das Glück dort, wo es alleinig gefunden werden kann: In sich selbst.
Die unabänderliche Logik des ewigen Glücks.
Vollkommen unabhängig vom Glauben des einzelnen Menschen gebietet schon der gesunde Menschenverstand oder das folgerichtige Denken, dass das Glück nicht in den Formen gefunden werden kann. Um zu diesem Schluss zu kommen, muss der Mensch nur sein eigenes Leben betrachten. Viele verschiedene Lebenssituationen hat er dabei seit seiner Geburt erlebt: Er ging zur Schule, machte eine Ausbildung, übte einen Beruf aus oder tut dies immer noch, trat einem Verein bei, hat geheiratet und so weiter. Und immer haben sich seine Lebensumstände verändert. Genauso wie die Menschen, die ihn eine Zeitlang auf seinem Lebensweg begleitet haben. Jene Menschen, die für einige Jahre wichtige Bezugspersonen waren, sind plötzlich völlig aus seinem Leben verschwunden und neue traten an ihre Stelle. Und trotz dieser sich ständig wechselnden äußeren Umstände hat der Mensch immer ein Gefühl von “Ich”, welches keiner Veränderung unterworfen ist.
Was folgt daraus bezüglich der Suche nach dem ewigen Glück?
Da die Umgebung, die Mitmenschen, die Lebensinhalte und sogar der eigene Körper sich ständig verändern, kann hier das ewige Glück, die wahre Zufriedenheit, mit Sicherheit nicht gefunden werden. Jedoch gibt es etwas im Menschen, welches nicht der Veränderung unterworfen ist, was, wie bereits oben erwähnt, als “Ich-Bewusstsein” bezeichnet werden könnte. Die Mystiker sagen dazu auch Seele oder der innere Funken. Ganz egal jedoch wie man es auch nennen mag, ist hier das Mysterium des Glücks verborgen - in der Unsterblichkeit des wahren und reinen Seins, in der inneren Mitte. Aus genau diesem Grund sitzen die Yogis und Mönche schon seit Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden in tiefer Meditation versunken, in “Medi”, was nichts anderes als “in die innere Mitte kommen” bedeutet. Hier lassen sie die Welt der Formen hinter sich oder werden einfach deren gleichmütiger und stiller Beobachter. Sie verharren, wie es der Meditationslehrer Sri Chinmoy bildlich gesprochen sagt, auf dem Grund des Meeres und blicken unbewegt auf die Wellen an der Oberfläche, die Welt der Formen. Und obwohl ein Teil davon, sind sie doch unberührt, denn sie haben das letztendliche Glück gefunden: Sich selbst, ihr wahres unveränderliches und ewiges Selbst.
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