
Essen und Achtsamkeit.
“Das Bewusstsein spielt bei der Nahrungsaufnahme eine ganz entscheidende Rolle”, sagt der spirituelle Lehrer und Yogi Sri Chinmoy. Das Bewusstsein ist der momentane Seins-Zustand des Menschen. In gewisser Weise könnte man auch von Gewahrsein oder Achtsamkeit sprechen. Dieses letztere Wort, die Achtsamkeit, macht auch bereits sehr schön deutlich, wie überaus wichtig der Geisteszustand der Aufmerksamkeit beim Essen ist - das Be-achten. Die Nahrungsaufnahme ist nämlich weit viel mehr, als nur das Zuführen stofflicher Dinge. Sie ist das Aufnehmen oder die Hereinnahme eines Teiles der göttlichen Energie selbst.
Keine Panik! Es ist immer Zeit genug zum Essen.
Keine Panik! Dieses fast schon geflügelte Wort aus dem berühmten Roman “Per Anhalter durch die Galaxis” würde man am liebsten dem ein oder anderen Zeitgenossen zurufen, wenn man sein Verhalten bei der Nahrungsaufnahme beobachtet. Da wird Essen im Stehen, im Gehen und oft sogar in großen Happen hektisch herunter geschlungen. Fast so, als würde es sich dabei um eine der lästigsten Pflichtaufgaben schlechthin handeln. Ganz nach dem Motto: Nur keine Zeit verlieren!
Dem Essen gewahr werden.
Eine ganz interessante Übung ist es daher, sozusagen als Gegengewicht, einmal sein Essen ganz bewusst und ganz besonders langsam zu sich zu nehmen. Vielleicht noch bewusster und langsamer, als es eigentlich notwendig wäre. Plötzlich bemerkt man Geschmacksrichtungen und Nuancen, die vorher gar nicht zu existieren schienen. Bereits eine Scheibe unbelegtes Brot kann die interessantesten Sinneswahrnehmungen hervorrufen. Gleichzeitig kommt es zu einer Verinnerlichung, die einem diese anscheinend doch so banale Tätigkeit auf einmal fast mysteriös und geheimnisvoll erscheinen lässt.
Keine Zeit zum Essen? Nur 20 Minuten.
Oft beschweren sich die Leute darüber, dass ihnen kaum Zeit zum Essen bleiben würde. Jedoch wird der Zeitrahmen oft überschätzt, der für eine Mahlzeit notwendig ist. Gleichzeitig bietet gerade diese notwendige Tätigkeit einen idealen Rahmen, um einmal bewusst abzuschalten. Wenn man so will, könnte man es sogar eine Form der Meditation nennen. Denn umrahmt von ruhiger Musik und einem angenehmen Ambiente, ist es so wirklich möglich neue Kraft für den Alltag zu tanken. Dabei sollte man jeden Bissen bewusst kauen und wird ganz erstaunt sein, wie energetisch das “Danach” sein kann. 20 Minuten - so lange sollte nun wirklich jeder Zeit haben. Zudem ist diese Zeit gut angelegt. Schließlich tut man es für sich selbst - für seine Gesundheit, Entspannung und sein Wohlbefinden. Und wer weiß, vielleicht hatte ja sogar schon Goethe vor etwa 200 Jahren ähnliches im Sinn, als er sagte:
“Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da.”
1 comment so far ↓
Hallo,
schöner Artikel zum Thema “Achtsamkeit”. Zum selben Thema habe ich gerade einen längeren Blog-Beitrag geschrieben. Hier geht es vor allem um die Anwendung der Achtsamkeit, um den inneren “Autopiloten” vorübergehend auszuschalten und so den selbstgemachten Stress zu erkennen und abzubauen.
Vielleicht interessiert es Sie ja.
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