
Indien – mehr als ein geographischer Ort.
“Indien ist weit mehr als ein geographischer Ort”, sagt der spirituelle Lehrer und Yogi Sri Chinmoy lyrisch-poetisch, “Indien ist die himmlische Musik, in der jeder Mensch sich selbst wieder findet.” Schon seit jeher ist deshalb der indische Subkontinent nicht alleinig ein bloßes staatliches Gebilde gewesen. Er wurde über die Jahrtausende hinweg zum Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen und Weltanschauungen, die hier mit einander verschmolzen sind und sich gegenseitig in der Selbst- und Gottsuche unterstützten. Sozusagen eine Welt im Kleinen, ein Mikrokosmos. Daher ist Indien nicht nur ein großer asiatischer Staat, sondern wurde zur Heimstätte der Heiligen, Rishis und Weisen aller Herren Länder.
Die geographische Lage Indiens.
Indien ist mit 3.288.000 Quadratkilometern das siebtgrößte Land der Erde und bedeckt eine Fläche, die der Größe Europas ohne Russland entspricht. Geographisch gesehen gibt es drei Hauptregionen: Im Norden das majestätische Himalaya-Gebirge, bestehend aus drei parallel verlaufenden Gebirgsketten mit weiten Plateaus und vielen, teilweise ausgedehnten fruchtbaren und malerischen Tälern. Darunter befindet sich das Tiefland von Indus und Ganges, das sich ohne nennenswerte Höhenunterschiede von der arabischen See bis hin zum Golf von Bengalen erstreckt. Im Süden schließlich liegen die Hochflächen des Dekkhan, umrahmt von Küstenstreifen.
Indiens wechselvolle Geschichte.
Indien nennt eine sehr wechselhafte Geschichte sein eigen, die viele Jahrtausende zurückreicht. Dabei hat es viele Eroberungen kleinerer oder größerer Territorien erlebt. Jedoch haben fast immer diese Invasionen eine neue Kultur und Weltanschauung mitgebracht, die nach und nach vollständig in der bis dahin existierenden Kultur aufgegangen sind und zu einer wirklichen Bereicherung geführt haben. Indien ist daher das Integrationsland schlechthin und beweist dadurch die positiven Möglichkeiten neuer Einflüsse. Man könnte auch davon sprechen, dass die Summe mehr ist, als die Addition der einzelnen Teile und es durchaus zu einem synergetischen Effekt kommen kann, wenn die dafür notwendigen Strukturen und die Bereitschaft dazu besteht. So gibt es heute in Indien 850 Dialekte und 230 Sprachen, wovon 15 Sprachen, darunter Sanskrit und Englisch, offiziell durch die Verfassung anerkannt sind.
Die indischen Zeitepochen.
Alles in allem unterteilt man die Geschichte Indiens in vier Zeitepochen. Die dritte Epoche vor etwa 2500 Jahren wird in diesem Zusammenhang auch als klassische Periode bezeichnet. Sie hat das Land entscheidend geprägt, was bis heute sichtbar ist. Dabei spielten und spielen die Kulturen und Religionen des Hinduismus, des Buddhismus und des Jainismus eine entscheidende Rolle. Heute existieren in Indien etwa acht Religionen nebeneinander, wovon der Hinduismus zahlenmäßig am stärksten vertreten ist.
Indien als positives Vorbild für die heutige Globalisierung.
Indien war und ist daher ein Schmelztiegel der verschiedensten Rassen, Nationalitäten und Kulturen und hat über die Jahrtausende hinweg anschaulich demonstriert, dass die verschiedensten Völker nicht nur harmonisch miteinander leben, sondern darüber hinaus sogar zum gegenseitigen Nutzen miteinander kooperieren können. Aus diesem Grund kann die Geschichte Indiens durchaus als Vorbild für die heutige Zeit, mit ihren Umbrüchen und der sich stetig verstärkenden Globalisierung dienen.
0 comments ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.
You must log in to post a comment.