
Sri Chinmoy eröffnet das Parlament der Religionen 100 Jahre nach Swami Vivekananda.
Swami Vivekananda benötigt eigentlich keine Einführung. Es war er, der 1893 am Parlament der Religionen in Chicago die Flut spiritueller Weisheit dem eher materialistisch eingestellten Westen anbot. Es war er, der die Lehren seines Meisters, Sri Ramakrishna, verkündete und sie somit einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Schon alleine dadurch nimmt er einen festen Platz im spirituellen Olymp ein. Swami Vivekananda war der lebende Beweis, dass das innere und äußere Leben, das Leben des Materialismus und das Leben der Spiritualität, Hand in Hand gehen können, es sogar müssen. Der spirituelle Meister Sri Chinmoy übrigens eröffnete das Parlament der Religionen in Chicago 100 Jahre später mit einer stillen Meditation.
Sri Chinmoy über den Zeitraum von Swami Vivekanandas Geburt.
“Vivekananda”, schreibt der spirituelle Lehrer und Yogi Sri Chinmoy, “kam in einer Zeit des bloßen Materialismus in diese Welt. Spirituelle Werte waren, sogar im Osten, im Niedergang begriffen.” Seine Aufgabe wurde es deshalb diese Werte wieder zum Vorschein zu bringen, um sie danach auch dem Westen anzubieten. So erklärte Vivekananda später selbst: “Nicht die Seele der Natur wegen, sondern die Natur der Seele wegen.” Von Kindesbeinen an suchte er daher nach der wahren, inneren Schönheit, die letztendlich nur in tiefer Versenkung oder Meditation gefunden werden kann. Er kam zu der Auffassung, dass wirkliche Schönheit immer etwas Inneres sein müsse, welches sich im Äußeren offenbare. Dazu eine amüsante Anekdote.
Ist Schönheit objektiv oder subjektiv? Eine Anekdote aus Swami Vivekanandas Leben.
Seine spirituelle Schülerin Nivedita erzählte einmal eine interessante Begebenheit aus Swami Vivekanandas Leben: “Es war dunkel, als wir Sizilien erreichten und gegenüber des sonnenerloschenen Himmels den Ätna erblickten, aus dessen Schlund feiner Rauch aufstieg. Beim Eintritt unseres Schiffes in die Straße von Medina stieg der Mond anmutig aus den Fluten. Ich ging während dessen neben dem Swami auf dem Deck auf und ab. Er hing gerade dem Gedanken nach, ob Schönheit nun etwas Äußeres oder etwas Inneres sei und somit alleinig im Verstand existiere. Auf einmal unterbrach er die Stille und sprach: “Medina muss mir dankbar sein. Ich bin es, der ihr all ihre Schönheit gibt.”
Swami Vivekananda über Materialismus und Spiritualität.
“Der Materialist hat recht. Es gibt nichts außer einem. Nur benennt er dies Materie und ich benenne es Gott.” Für Swami Vivekananda konnte es kein Leben ohne Spiritualität, die Suche nach dem wahren inneren Selbst, geben. Daher war sein Dasein von dieser Suche durchdrungen. Aus diesem Grund fand Vivekananda auch, obwohl er sehr verstandesorientiert und ein intellektueller Gigant war, in dem einfachen und unbelesenen Yogi Sri Ramakrishna die Antworten auf die Fragen seines Lebens. Durch diese Verbindung kam es dabei vielleicht zum Fruchtbarsten, was sich je zwischen Intellekt und Spiritualität ereignet hat. Vivekananda wurde zum Sprachrohr des Göttlichen und strafte Kiplings berühmtes Zitat von der Unvereinbarkeit des Westens mit dem Osten Lügen. Er brachte die Botschaft der Spiritualität in den Westen und die Botschaft der Weltbejahung in den Osten.
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