Die heiligen Schriften des Hinduismus

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Heilige Schriften des Hinduismus, der indischen Kultur.

Die heiligen Schriften jeder Kultur und Religion sind sowohl deren jeweiliger Anker, wie auch ihr Wegweiser. Daher ist ihr Studium und vor allem das Befolgen des Inhaltes weit mehr als das bloße Nacheifern alter und lebloser Texte. Sie beinhalten die Essenz, die die jeweilige Kultur oder Religion ausmacht. Ihre genaue Kenntnis ist daher notwendig und unabdinglich. Eines der ältesten dieser Lehrgebäude ist jenes des Hinduismus. Dieses Werk ist so vielfältig in Entstehungszeit, Inhalt und Erscheinungsbild, dass manche Menschen, wie zum Beispiel der spirituelle Meister Sri Chinmoy, den Hinduismus eher als eine bestimmte Lebensweise ansehen, anstatt eines geschlossenen spirituellen Systems.

Die Unterteilung der hinduistischen Schriften - Teil 1: Sruti.

Die hinduistischen Schriften werden in zwei große Gruppen unterteilt: Sruti und Smrti. Mit Sruti sind die eigentlichen Offenbarungen gemeint, wobei das Wort selbst soviel wie “Etwas wahrgenommen” oder “Etwas gehört” bedeutet. Diese Texte gelten in Indien als ewige, unpersönliche Wahrheiten, die von den alten Sehern, den Rishis, in tiefster Meditation geschaut wurden. Dazu gehören vor allem die Vedas, “Das Wissen”, eine Sammlung uralter Schriften, bestehend aus dem Rig-, Sama-, Yayur-, und dem Atharvaveda. Sie beinhalten Hymnen zur Rezitation, Opferformeln, magische Sprüche und vor allem das ewige Wissen um Gott und die menschliche Seele. Darüber hinaus werden sie auch “Samhita” oder “Sammlung” genannt. Außerdem gehören in diese Gruppe die Brahmanas, Aranyakas und die Upanishaden. Letztere geben in ungebundener Form oft Dialoge zwischen Meister und Schüler wider, daher auch der Name “Upa-ni-sha” was soviel wie “Nahe-bei-Sitzen” bedeutet.

Die Unterteilung der hinduistischen Schriften - Teil 2: Smrti

Die zweite große Gruppe der heiligen indischen Schriften wird “Smrti” oder “Erinnern und Gedächtnis” genannt. Zu ihren wichtigsten Texten gehören die so genannten Sutras, welche die sechs Systeme der hinduistischen Philosophie beinhalten. Darüber hinaus die beiden großen epischen Dichtungen des Ramayana und des Mahabharata, in denen sich Mythologie, Geschichte und Religionslehre sehr klar und deutlich widerspiegeln. Eingebettet in das Mahabharata, was “Großes Indien” bedeutet, ist die Bhagavad-Gita, das “Lied des Höchsten”. Sie enthält in Form eines Zwiegesprächs zwischen Sri Krishna, einer Verkörperung des Göttlichen, auch Param-Atma oder Bhagavan genannt, gleichzeitig Symbolfigur des höheren Selbst im Menschen und Arjuna, seinem Schüler. Die Gita, in ihrer allgemein verständlichen Form, gilt für viele als Quintessenz der vedischen Schriften und wird deshalb oft als wichtigstes Buch des Hinduismus bezeichnet. Auch die Puranas, welche Erzählungen von Göttern, Heiligen und der Schöpfungsgeschichte enthalten, sind ein Teil der Smrtis.

Betrachtet man die Texte der Srutis und Smrtis gemeinsam, ergibt sich ein gewaltiges Lehrgebäude, welches, zumindest quantitativ, in der Welt wohl seinesgleichen sucht.

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