Das Gottesbild im Hinduismus

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Gottesbild und Brahman.

Gott gilt im Hinduismus in der unverkörperten Form Brahmans als einzige Wirklichkeit, als Grund und Wesen allen Seins. Brahman kann nicht beschrieben werden. Er ist daher “neti, neti”, nicht dies, nicht das. Jedoch kann dies auch etwas positiver formuliert werden, so der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy, wenn nämlich das Brahman als höchstes und transzendentes Prinzip angesehen wird. Als Eines ohne ein Zweites, ewig, ohne Anfang und ohne Ende: Sat, Chit, Ananda – Sein, Bewusstsein, Glückseligkeit.

Gottesbild, Param-Atma und Isvara.

Je nachdem wie das Höchste betrachtet wird, kann es vollkommen verschiedene Formen und Erscheinungen annehmen, bleibt jedoch immer Param-Atma oder das höchste Selbst. Dieses Selbst ist die unveränderliche und ewige Essenz allen Seins, belebt wie unbelebt. Der Teil des Param-Atma welcher sich im einzelnen Menschen verkörpert hat wird Atman genannt. Dieser Atman ist das Tor, welches den Menschen zurück zur Einheit mit Brahman führt.

Ishvara als höchstes Gottesbild.

Isvara wiederum stellt den höchsten personifizierten Gott dar, welcher sich als Herrscher und Lenker im physischen Universum offenbart. Er wird deshalb als Person angesehen und dementsprechend verehrt. Es gibt unzählige Verkörperungen der höchsten Gottheit, wozu alle göttlichen Wesen gezählt werden die den Hindu-Pantheon bevölkern. Aber alle sind trotzdem nur Aspekte des einen Gottes, der sich an Seinen endlosen Manifestationen erfreut.

Brahm, Vishnu, Shiva: Das dreifaltige Gottesbild.

Brahma, Vishnu und Shiva sind die bekanntesten Verkörperungen Isvaras, des manifestierten Gottes. Gleichzeitig liegt ihrem Erscheinungsbild auch eine gewisse Symbolik zugrunde. Denn durch sie zeigt sich Isvara in Seiner schöpferischen Form als Brahma, Seiner erhaltenden und beschützenden Form als Vishnu und Seiner verwandelnden Form als Shiva. Dabei sollte Brahma, das schöpferische Element, nicht mit Brahman, dem unmanifestierten Höchsten und Absoluten verwechselt werden. Diese drei Gottheiten oder man könnte auch von den Ur-Prinzipien des Universums sprechen, werden wiederum in mehrere Aspekte untergliedert. Zum Beispiel ist der Affengott Hanuman, der im indischen Epos des Ramayana eine große Rolle spielt, ein Aspekt Shivas, des verwandelnden Prinzips.

Die Avatare als höchste Verkörperungen.

Genauso sind auch alle Avatare, was “Herabkunft” bedeutet, Manifestationen Brahmans. Meistens betreten sie die Erdenbühne in der Form mächtiger spiritueller Meister und sind Verkörperungen des Gottes Vishnu. Ihnen fällt es deshalb zu, da sie dem erhaltenden Prinzip zugeordnet werden, die Erde aus ihrem tiefen Schlaf der Unbewusstheit zu erwecken und hin zum höchsten Licht Brahmans zu führen, dem Einen ohne ein Zweites.

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