
Der Rigveda: Die Grundlage der indischen Kultur.
Jede Kultur und Religion hat ihren einzigartigen Ursprung. Zuerst mündlich überliefert, entwickeln sich mit der Zeit eine Vielzahl von Schriften, die über die Jahrhunderte hinweg immer weiter anwachsen. Ein buntes Kaleidoskop, eine Sammlung verschiedenster Inhalte, Anschauungen und Lebensweisheiten. Der Rigveda ist die älteste dieser Sammlungen, die in der indischen Literatur bekannt ist. Aus ihm gingen die anderen drei Veden hervor, die ihrerseits in den bis heute bekannten Upanishaden mündeten. Max Müller war der Name des bedeutenden deutschen Indologen, der im 19.Jahrhundert durch seine Übersetzungsarbeit diesen spirituell-literarischen Schatz hob und ihn einer größeren Öffentlichkeit publik machte. Selbst in Indien führte dies zu einer Renaissance und Wiederentdeckung der eigenen, Jahrtausende alten Kultur.
Der Einfluss des Rigveda.
Der Einfluss den der Rigveda auf die strebende Menschheit ausgeübt hat, kann nicht hoch genug bewertet werden. Wie ein Spinnennetz haben sich seine Gedanken, Mystik, Philosophie und Lebensweisheiten durch die indische Kultur und Literatur gewoben. Gleichzeitig ist der Rigveda kein bloßes theoretisches Gedankengebilde, sondern in seinem praktischen Einfluss auf den Hinduismus überall spürbar. Jenem hat er auch das Gesicht gegeben, welches ihn bis heute prägt. In seinem Buch “Veden, Upanishaden und Bhagavadgita”, beschreibt der Autor, Meditationslehrer und Yogi, Sri Chinmoy, den prägnanten Einfluss des Rigveda auf die indische Kultur. Zudem arbeitet er die Quintessenz dieser mächtigsten Vedenschrit heraus. “Gemäß dem Rigveda”, schreibt er hier, “ist das Handeln ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Handlung ist die bewusste Annahme des irdischen Daseins. Im Handeln wird der Geist verkörpert und die Form offenbart.”
Riten im Rigveda.
Damit jede der oben erwähnten Handlungen auch tatsächlich einer inneren Quelle und Führung entsprang, und nicht dem kleinen menschlichen Ego, ging jedem Tun im Zeitalter des Rigveda ein Weiheritus voraus. Dabei spielten verschiedene kosmische Götter eine bedeutende Rolle, die als Verkörperungen der Naturkräfte angesehen wurden. Man kannte 33 dieser kosmischen Götter, die alle durch das Trinken von Soma, göttlichem Nektar, Unsterblichkeit erreicht hatten. Man unterschied hierbei zwischen himmlischen, atmosphärischen und irdischen Wesenheiten. Am bekanntesten wurde Indra, der Anführer der Götter und Agni, der oberste Hohepriester.
Der Rigveda: Viele Götter ein Gott.
Etwas irreführend ist für den westlichen Verstand die Tatsache, dass trotz der vielen Gottheiten ein Hinduist nur einen Gott kennt: Das Brahman. Alle anderen Götter sind nur Aspekte dieses einen Gottes. Deshalb ist der Hinduismus auch, wie er sich schon im Rigveda selbst beschreibt, eine monotheistische Religion oder Kultur. Reinheit, die Fähigkeit den Einem in allen seinen ungezählten Manifestationen zu erkennen und Hingabe an das Göttliche allein, sind dabei die wichtigsten Ziele eines Hindus.
Das Bestreben des Rigveda.
Das Bestreben des Rigveda ist es den Menschen zu lehren, sein Leben dem höchsten Kosmos unterzuordnen und in dieser damit verbundenen Einswerdung sein Leben zu erfüllen - oder wie der Rigveda es selbst in seiner unvergleichlichen Ausdrucksweise beschreibt:
“Das Leben hat eine Idee: die Suche nach Wahrheit.
Das Leben hat ein Ideal: Glückseligkeit.
Das Leben hat ein Ziel: Die Weite der Erde mit der Fülle des Himmels zu vereinigen.”
0 comments ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.
You must log in to post a comment.