Jagadish Bose und Albert Einstein.
Viele Gemeinsamkeiten verbinden Albert Einstein und Jagadish Bose. Wie Einstein war Bose ein geborener Wissenschaftler. Gleichzeitig war er viel mehr als das. Sein Zugang zur Wissenschaft war neuartig und intuitiv. Er bereitete dadurch den Nährboden für ein neues Zeitalter wissenschaftlicher Forschung.
Jagadish Bose: Alles entspringt dem Leben und bewegt sich darin.
Alles ist lebendig, dies war Jagadish Chandra Boses Credo. Jener unsterbliche Ausspruch der indischen Upanishaden bildete die Grundlage seiner Forschungsarbeit. Er war der Entdecker der “Empfindlichkeit von Pflanzen”. Von ihm lernte die Welt, dass eine Pflanze frieren, leiden, kämpfen, vielleicht sogar Liebe erwidern kann. Gleichzeitig benötigte er nicht viele kostspielige Geräte oder Forschungseinrichtungen. Einfachheit und Bescheidenheit, verknüpft mit mit einer gewissen Genialität – dies war Jagadish Bose.
Die Bedeutung von Jagadish Bose.
Im Jahr 1900 fand in Paris eine internationale Ausstellung wissenschaftlicher Forschungsarbeit statt. Die spirituelle Größe Swami Vivekananda, der als Gast daran teilnahm, war von allen Teilnehmenden zutiefst beeindruckt. Jedoch sehnte er sich danach, zwischen all diesen bedeutenden Wissenschaftlern einen Sohn Indiens zu erblicken. Plötzlich kam Jagadish Bose in sein Blickfeld. Sofort war er von seiner augenscheinlichen Personalität so beeindruckt, dass er spontan ausrief: “Heute, Jagadish Bose, ein Inder, ein liebender Sohn Bengalens führt den Kosmos der Wissenschaftler an. Ein dreifaches Hoch auf Jagadish Chandra!”
Ein berühmter Zeitungsartikel über die Arbeit von Jagadish Bose.
Kurze Zeit später erschien ein Artikel in einer Londoner Zeitschrift, Zitat: “Wenn man seine erstaunlichen Pflanzen- und Blumen-Experimente beobachtet, muss man die alte Welt hinter sich lassen und in eine neue eintreten. Die Welt wo Pflanzen nur Pflanzen sind ist außer Mode gekommen und man wird plötzlich dazu gedrängt in eine Welt einzutauchen, wo Pflanzen beinahe menschliche Wesen sind. Professor Bose verhilft zu diesem Sprung wenn er verkündet, dass Pflanzen ein menschenähnliches Nervensystem besitzen und darin ihre Lebensgeschichte aufzeichnen können.”
Jagadish Bose: Die tote Materie lebt.
Doch nicht nur der Erforschung der Lebendigkeit von Pflanzen galt sein Interesse, auch die so genannte “tote Materie” rückte er in den Fokus seiner Forschungsarbeit. Der Meditationslehrer und Yogi Sri Chinmoy beschreibt ihn als jemanden für den “die wissenschaftliche Forschung nichts anderes bedeutete als das Lebensprinzip selbst”. Dies schloss alle Stufen der Evolution mit ein. Dadurch gewann die Welt vollkommen neuartige, man könnte sogar sagen revolutionäre Erkenntnisse. Folgt man seiner Theorie, gibt es keine leblose Materie. Auch hier, ähnlich seinen Experimenten mit Pflanzen, entdeckte er Leben. Jedoch auf einer noch weniger entfalteten Stufe der Evolution.
Einstein und Bose – innere und äußere Freunde.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die zwei unsterblichen Wissenschaftler Jagadish Bose und Albert Einstein auch äußerlich begegneten. Ihre einzigartige Zusammenarbeit gipfelte in den so genannten “Einstein-Bose-Statistics”. Erst heute kommt die Bedeutung dieses Werkes wirklich zum Tragen, so weit waren sie damals noch ihrer Zeit voraus. Einstein und Bose waren zudem Internationalisten im wahrsten Sinne des Wortes. In ihnen verkörperten sich auf äußerst greifbare Weise die bedeutenden Worte Goethes:
“Wissenschaft und Kunst gehören der ganzen Welt und vor ihnen verschwinden die Grenzen der Nationalität.”
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