Der Hinduismus: Kultur und Religion zugleich

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Der Hinduismus und sein Ursprung.

Der Hinduismus ist eher eine Kultur und Lebensweise als eine Religion, bemerkte der spirituelle Lehrer und Yogi Sri Chinmoy einmal. Das Wort Hinduismus stammt dabei von Sindhu, einem Flussnamen ab, der hier im Westen als Indus bekannt ist. Der Begriff Hindu selbst hat seinen Ursprung im persischen Sprachraum und bedeutet einfach “Bewohner des Industals”. Später wurde damit auch allgemein jeder Inder bezeichnet. Ist der Hinduismus nun aber eher eine Weltanschauung, Kultur, Religion oder ein bestimmter Lebensstil? Vielleicht die korrekteste Antwort darauf lautet: Er ist all dies und noch weit viel mehr.

Die Strömungen des Hinduismus.

Der Hinduismus ist gewissermaßen eine Art Über-Religion, die in sich monistische, polytheistische, monotheistische, gnostische und dualistische Elemente enthält. Zugleich umfasst er die verschiedensten Weltanschauungen und ist in gewisser Weise Kultur sowie auch Lebensstil seiner Anhänger. Der Hinduismus kennt keine Dogmen. Er hat keine Institution, die in Glaubensfragen Entscheidungen fällt. Er hat keinen Gründer und kein heiliges Buch im Sinne der anderen großen Offenbarungsreligionen, sondern viele heilige Überlieferungen, Bücher und Schriften. Der Hinduismus, so ein beliebtes Bild, gleicht eher einem allmählich gewachsenen Baum, als einem Gebäude, das von irgendeinem großen Architekten zu einem bestimmten Zeitpunkt errichtet wurde.

Der Hindusimus: Einheit in der Vielfalt.

Das obige Bild des Baumes deutet auf eine gewisse grundlegende Einheit des Hinduismus, trotz aller Vielfalt seiner Erscheinungsformen und Lehren hin. Diese Einheit besteht zum einen in spirituellen Gesetzmäßigkeiten und zum anderen in bestimmten Verhaltensregeln. Die Hindus selbst nennen deshalb ihre Religion oder Kultur “Sanatan Dharma”, was so viel wie “Das ewige Gesetz” bedeutet. Dharma meint jedoch weit mehr als nur Gesetz. Es umfasst die Regeln der heiligen Schriften in Verbindung mit den Kräften des gesamten Universums. Darüber hinaus sucht es den Einklang mit der evolutionären und stetig vorwärts schreitenden Schöpfung.

Der Hinduismus und das ewige Gesetz.

Dharma, das “Ewige Gesetz”, umfasst somit sowohl die kosmische Ordnung, wie auch die sich daraus ableitenden Gesetzmäßigkeiten, Rechte und Pflichten des menschlichen Daseins. Für einen Außenstehenden mag daher der Hinduismus, mit seinen unzähligen Göttern und Strömungen, zuerst verwirrend erscheinen. Beim genaueren Betrachten erkennt er jedoch die allem zugrunde liegende Einheit. Die Einheit, die hinter den vergänglichen Formen der Dualitäten dieser Welt alleinig besteht und daher auch nur einen einzigen Schöpfer, das Brahman, kennt. Oder wie des die alten Seher vor Jahrtausenden schon sagten:

“Das Sein der Wahrheit ist eines. Die Weisen benennen es mit verschiedenen Namen.”

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