Symbole: Die mystische Welt der verhüllten Worte

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Die Mystiker und ihre geheime Sprache.

Die Mystiker aller Herren Länder und aller Zeitalter haben ihre Worte in Sprüche und Gleichnisse, in figürliche und symbolische Sätze gekleidet. Weshalb taten sie dies? Sie taten dies, um dem Verschleierten, welches hinter dem Vorhang der Ewigkeit verborgen liegt, einen angemessenen Ausdruck zu verleihen. Denn nichts wäre verheerender, wie dieses Ewige mit den banalen Worten der Alltagswelt zu verstümmeln und ihm so seines Zaubers zu berauben. Darüber hinaus existieren sehr viele verschiedene Welten und Bewusstseinsebenen, die alle ihrer ganz eigenen Sprache und Ausdrucksweisen bedürfen.

Die Notwendigkeit der Symbolik.

Die Sprache dieser Welt ist begrenzt. Und doch ist sie die einzige Möglichkeit, das Ewige verbal in einer allgemein verständlichen Form zu offenbaren. Daher ist es notwendig, dieser Sprache etwas Neues abzuringen. Etwas, welches ihre bisherige Aufgabe bei weitem übersteigt. So entstand die Welt der Symbolik. Symbole sind hierbei Worte, die ganz bestimmte Bedeutungsbilder besitzen, die jedoch für den äußeren Verstand meistens nicht zu erkennen sind oder ihn sogar in die Irre führen. Ein Beispiel ist das Symbol des Sonnenaufgangs. Damit ist nicht der Aufgang der physischen Sonne gemeint, sondern das Erwachen des Menschen aus seinem Schlaf der Unwissenheit. In den Schriften heißt es diesbezüglich: “Das Angesicht der Wahrheit liegt hinter einer goldenen Scheibe verborgen.”

Die Eindeutigkeit des Symbols.

Ein Symbol ist kein Gleichnis, keine Parabel oder etwas ähnliches. Es soll daher nichts in einer metapherhaften Form erklären, sondern eine ganz bestimmte Wahrheit klar, unmissverständlich und vor allem eindeutig mit einem einzigen Wort oder Ausdruck beschreiben. Es gibt deshalb keine Freiheit der Wahl. Nur das von den Sehern und Rishis in ihrer tiefsten Meditation Geschaute ist zulässig und nichts anderes. Vergleichbar mit einer mathematischen Formel, gilt in diesem Zusammenhang Exaktheit und Genauigkeit als oberstes Prinzip.

Universelle und nicht-universelle Symbole.

Es gibt Symbole, die sich nur auf einen einzigen Kulturkreis, eine ganz bestimmte Zeitepoche oder sogar wenige Individuen beziehen. Im Gegenzug existieren universelle Symbole, die für die ganze Menschheit, den ganzen Kosmos relevant sind. Der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy spricht in diesem Zusammenhang von dem berühmten Mantra Aum, welches unabhängig von Zeit und Raum gefühlt werden kann. Bei einem Symbol kann man daher auch von einem kleinen Fenster des Unmanifestierten sprechen, welches sich im Physischen offenbart. Deshalb ist jedes Symbol auch ein Richtungsweiser, der vom Endlichen zum Unendlichen, vom Begrenzten zum Unbegrenzten, vom Menschlichen hin zum Göttlichen führt.

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