Die Entwicklung des religiösen Indiens

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Die indischen Schriften und Religionen.

Ausgehend von den Veden, den ältesten indischen Schriften sowie den Upanishaden, die eine Art Zusammenfassung der Veden sind, entwickelte sich das religiöse Indien über die Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg auf sehr interessante Art und Weise. Dadurch kamen viele größere Religionen, wie zum Beispiel Hinduismus, Buddhismus und Jainismus ins Dasein.

Die monistische Lehre und ihre Weiterentwicklung.

“Tat tvam asi” - “Das bist du”, sagen die Upanishaden. Das bedeutet, dass es nur eine Existenz geben kann, die sich in unendlich vielen Formen verkörpert. Diese Idee bildet den Kern des hinduistischen religiösen Denkens. Sie wurde später von dem bedeutenden Philosophen Shankara in seiner monistischen Lehre des advaita, der “Nicht-Zweiheit” weiterentwickelt. Diese Philosophie verneint ganz bewusst die Existenz der Welt außerhalb von Gott. Die Erde wird durch diese Lehre zu einer Art illusionären Ebene.

Die Bhagavadgita, das Lied der höchsten Seele.

In der Bhagavadgita, dem “Lied der höchsten Seele”, die eigentlich ein Zwiegespräch zwischen dem spirituellen Meister Sri Krishna und seinem Schüler Arjuna ist, kann man jedoch eine etwas andere Weiterentwicklung der upanishadischen Lehren beobachten. Die Gita beschäftigt sich dabei nämlich bewusst nicht mit der Frage ob die Welt nun eine Illusion ist oder nicht, sondern legt den Schwerpunkt auf die Pflichten des Menschen darin. Darüber hinaus verkündet sie die Unzerstörbarkeit der Seele und die Notwendigkeit eines gottgeweihten selbstlosen Handelns.

Die Entstehung Buddhismus und Jainismus.

In der Zwischenzeit hatten der Buddhismus und der Jainismus das Licht der Welt erblickt. Beide Religionen entwickelten die hinduistischen Ideale von Entsagung und Liebe weiter und bedienten sich der Hindu-Symbolik und Hindu-Metaphysik. Sie legten aber ihre jeweiligen Betonungen auf andere Schwerpunkte, als es der ursprüngliche Hinduismus tat. Insbesondere die Buddhisten beleuchteten einen vollkommen anderen Aspekt der Veden und der Upanishaden. Daher, sagt der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy, fällte es heutzutage schwer zu glauben, dass sich der Buddhismus aus dem Hinduismus heraus entwickelt hat.

Der Buddhismus herrschte einige Zeit in Indien vor.

Sogar in Indien selbst herrschte einige Zeit, vor allem unter Kaiser Ashoka, der Buddhismus vor, ist jedoch heute fast vollkommen aus seinem Ursprungsland verschwunden. Aber er hat beträchtliche Einflüsse und Strömungen hinterlassen. Diese sind vor allem in der Mythologie, im kulturellen Bereich und im Moralkodex des Hinduismus bis heute spürbar. Indien kann daher nicht nur als Wiege einer einzigen großen Weltreligion, des Hinduismus, bezeichnet werden, sondern hat auch andere große und kleinere Religionen aus der Taufe gehoben oder zumindest einen großen Einfluss auf sie ausgeübt.

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