
Sri Chinmoys Zugang zur Dichtkunst.
Es gibt viele Zugänge, sich dem eigenen innersten Selbst, dem Unsterblichen zu nähern. Eine dieser Möglichkeiten ist der Weg der Dichtung. Im Indischen bezeichnet man einen Poeten als “Kabi”, jemanden der die Wahrheit geschaut hat. Daher ist wirkliche Dichtung auch immer ein Ausdruck der Wirklichkeit, die hinter den manifestierten Formen verborgen liegt. In diesem Sinne sind Sri Chinmoys dichterische Schöpfungen, da es sich dabei um die Kreationen eines echten spirituellen Meisters handelt, Funken der Ewigkeit, die durch die Hülle der Worte Gestalt angenommen haben.
Sri Chinmoys dichterisches Werk.
Bereits in sehr jungen Jahren begann Sri Chinmoy mit der Dichtkunst. Zuerst in seiner Muttersprache Bengali verfasst, schrieb er auch schon bald darauf Gedichte in Englisch. Doch bereits diese frühen Schöpfungen lassen Sri Chinmoys großen kreativen Genius erkennen, der einer tiefen inneren Quelle entspringt. Sozusagen als ein vollkommenes Instrument einer höheren Wahrheit, die jenseits aller menschlichen Erfahrungswirklichkeiten liegt. So schreibt Sri Chinmoy zum Beispiel in seinem erst dritten Gedicht “Das Absolute”:
Sri Chinmoy aus dem Gedichtband “Meine Flöte”.
“Kein Verstand, keine Form, ich existiere nur; jeder Gedanke und Wille ist nun verebbt; das letzte Ende des Tanzes der Natur. Ich bin Es, welches ich gesucht habe.”
Seitdem hat Sri Chinmoy unzählige Gedichte verfasst, die jedoch ausschließlich immer von der Sinnsuche und der Erfüllung des menschlichen Lebens, sowie der unmittelbaren Erfahrung des Göttlichen handeln.
Sri Chinmoys dichterische mantrische Qualität.
Ein Mantra ist ein Wort mit einer gewissen Bedeutungsschwere, welches seine verborgenen Qualitäten durch stetige Wiederholung offenbart. Auch Sri Chinmoys Gedichte besitzen diese mantrischen Eigenschaften, da sie in tiefer Meditation geschaut wurden und deshalb den lebendigen Eindruck einer höheren, ewigen Wirklichkeit vermitteln. Aus diesem Grund ist es ratsam, diese spirituelle Wortverkörperungen in einem meditativen und in sich gekehrten Zustand zu lesen, um sie dadurch in ihrer ganzen Fülle auf sich wirken zu lassen.
Sri Chinmoys dichterische Aussagen liegen unter der Oberfläche verborgen.
Denn genau wie bei der Musik, liegt das wahre Wesen spiritueller Dichtung unter der Oberfläche verborgen, wo es darauf wartet ans Licht der manifestierten Welt gespült zu werden. Erst dann kann es als Wegweiser hinauf zum Höchsten fungieren und mit dem Dichter Sri Chinmoy zusammen sprechen:
“Ich habe den Einen und Sein geheimes Spiel erkannt, bin jenseits des Meeres vom Traum des Vergessens gelangt. Im Einklang mit Ihm spiele und singe ich - des höchsten Gottes goldenes Auge ist nun ganz mein eigen.”
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