
Fallstricke auf dem spirituellen Weg: Selbst-Zweifel und Co.
“Es gibt viele Hindernisse auf dem spirituellen Weg, das größte aber ist Selbst-Zweifel“, sagte der Meditationslehrer und Yogi Sri Chinmoy. Dieser Selbst-Zweifel führt ganz sicher zu vielen inneren Schwierigkeiten und muss deshalb so früh wie möglich erkannt und behandelt werden, um nicht auf dem inneren Weg vorzeitig zu scheitern. Darüber hinaus gibt es jedoch auch noch einige andere gefährliche Fallstricke. Aus diesem Grund ist es notwendig, sich einmal ganz bewusst mit ihren jeweiligen Erscheinungsbildern auseinander zu setzen, um gar nicht erst in negative Strömungen hinein zu geraten.
Fallstricke auf dem spirituellen Weg: Trägheit und Faulheit.
Weltlichkeit wäre wohl noch ein besserer Begriff, die Begriffe der Trägheit und Faulheit sind jedoch heutzutage mehr geläufig. Hierunter versteht man eine “Begierigkeit des Geistes in Form einer Gebundenheit an die äußeren Dinge”. Diese Mechanismen der Bindung und Gier werden in der berühmten hinduistischen Schrift, der Bhagavadgita, auf den Punkt gebracht, wenn sie sagt: “Wenn ein Mensch Dinge betrachtet, entsteht Bindung an sie. Bindung bringt Begehren hervor, und Begehren zieht Wut nach sich. Diese resultiert im Verlust der Achtsamkeit. Der Verlust der Achtsamkeit zerstört die Weisheit. Als Konsequenz davon erfolgt der Niedergang.”
Fallstricke auf dem spirituellen Weg: Ein Gegenmittel.
Die Bhagavadgita sieht aber auch ein Gegenmittel vor: “Sich unter den Sinnesobjekten mit kontrolliertem Geist und kontrollierten Sinnen zu bewegen.” In der Vedanta-Tradition wird daher häufig auch der Begriff der “Stille” oder der “Still-Legung” verwendet. Dadurch wird die Art der Nicht-Bindung charakterisiert, die vom Weisen gepflegt werden sollte, um alle negative Emotionen und Einstellungen zu überwinden.
Fallstricke auf dem spirituellen Weg: Falsche Einsicht.
Obwohl der Zweifel, vor allem der Selbst-Zweifel, eine sehr gefährliche Sache ist, kann er auch zum Sprungbrett für eine tiefere Vision werden. Im Gegensatz dazu teilt die falsche Einsicht zwar nicht die inneren Schmerzen des Zweifels, ist aber in gewisser Hinsicht sogar noch schädlicher. Denn falsche Einsicht ist schlichtweg ein Irrtum. Daher kann nur die klare Einsicht, auch Differenzieren genannt, also die Fähigkeit richtig und falsch, hell und dunkel voneinander zu unterscheiden, den nach innerer Erkenntnis Strebenden auf seinem Weg voran bringen. Ein Weg der am besten, wie es die alten Yogis sagen, mit einem rasierklingenschmalen Pfad verglichen werden kann.
Fallstricke auf dem spirituellen Weg: Instabilität.
So schwierig es ist, eine bestimmte Stufe des Yoga zu erreichen, diese Stufe konstant beizubehalten ist noch bedeutend schwieriger und für alle Übenden eine ganz besonders große Herausforderung. Je höher die Stufe der persönlichen Entwicklung, desto mehr Hingabe und Zielstrebigkeit muss vom Einzelnen aufgebracht werden, um auf dieser Sprosse bleiben zu können. Die yogische Folklore ist angefüllt mit Geschichten über Yogis, die, nachdem sie bedeutende spirituelle Höhen erklommen hatten, aufgrund von Bindung oder Stolz einen tiefen Fall hinnehmen mussten.
Fallstricke auf dem spirituellen Weg: Bemühung bis zum Schluss.
Es gibt daher keine sichere Stufe, bis die Erlösung erreicht ist. Denn auch wenn dieser Wunsch nach Erlösung noch so präsent sein mag, bleibt der Aspirant dennoch den widerstreitenden Kräften unterworfen, die seine Psyche beherrschen. Daher darf er in seiner Bemühung nicht nachlassen, bis letztendlich das höchste Ziel erreicht ist.
0 comments ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.
You must log in to post a comment.