
Tausend Namen – eine Wahrheit.
Die höchste Wahrheit oder Gott kann sich in vielen verschiedenen Namen ausdrücken, je nach religiösem oder kulturellem Hintergrund. Diese heiligen Namen sind dabei Symbol und Inhalt zugleich. Die Wahrheit des Einen kann daher auf sehr verschiedene Arten beschrieben werden und bleibt in seiner Essenz aber dennoch immer unverändert. “Ein Mann wird von seinem Kind Vater, von seiner Mutter Sohn, von seiner Frau Ehegatte genannt und bleibt doch ein und dieselbe Person”, schrieb der Meditationslehrer und Yogi Sri Chinmoy in diesem Zusammenhang. Der Name ist somit auch ein Ausdruck des Verhältnisse, welches der Einzelne zu Gott hat. Besonders im Hinduismus wird diesem Umstand besonders Rechnung getragen. Deshalb wird die höchste Wahrheit dort auch mit außergewöhnlich vielen Namen beschrieben, die jeweils einen ganz bestimmten Aspekt des Göttlichen benennen.
Die tausend Namen des Einen ohne ein Zweites.
Entgegen der vielleicht vorherrschenden Meinung, handelt es sich beim Hinduismus um eine monotheistische Religion oder, noch besser, Kultur. Im Mittelpunkt steht dabei das unteilbare Brahman. Dieses Brahman offenbart sich in der Schöpfung in unzähligen Farben, Formen und Eigenschaften. So heißt es daher in den Schriften:
“Aum! Ich verehre das Brahman, welches zum Universum geworden ist und alles durchdringt. Den Herrscher über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es ist die Essenz jeden Wesens und das Erhabenste in allen Dingen.”
Die verschiedenen Aspekte gewähren dem Einzelnen die Möglichkeit, sich dem Göttlichen auf ganz individuelle Weist zu nähern. Sei es nun mit Liebe, Hingabe, Dienst am Mitmenschen oder dem Studium der heiligen Schriften. Im Kern bleibt dieses Höchste jedoch immer unverändert und ungeteilt.
Tausend und ein Name.
Viele Zahlen haben eine ganz besondere mystische Bedeutung. So stehen zum Beispiel die Zahlen 50, 100 und 1000 für das Ende eines Zyklus und den Beginn eines Neuen. Bei der Zahl 1000 bedeutet dies darüber hinaus, das Ende der Endlichkeit und den Anfang der Unendlichkeit. Deshalb heißt die berühmte Märchensammlung des Orients auch “Märchen aus 1001 Nacht”. Die “1″ symbolisiert dabei etwas Mystisches, Unendliches, welches die bekannte Welt überschreitet und in etwas Neues eintaucht.
Die tausend Namen im Hinduismus.
In der Dreifaltigkeit des Hinduismus, die aus Brahma, Vishnu und Shiva besteht, dem Erschaffer, dem Beschützer und dem Umwandler, kommt dieser Zahl 1000 eine besondere Bedeutung zu. Während die Verehrung Brahmas eher seltener ist, ist die Anbetung von Vishnu und Shiva sehr gängig. Beiden wurde dabei eine Hymne zugedacht, die aus den 1000 beziehungsweise 1008 ihrer Aspekte besteht und ihre Unendlichkeit verkörpern soll.
Das Göttliche und seine tausend Namen.
Das Göttliche entfaltet sich in seinen unendlichen Manifestationen. Der Mensch, der dem Endlichen unterworfen ist, sucht deshalb seit jeher nach einem Weg dieses Göttliche, und sei es auch nur in Teilaspekten, zu erfassen. Daher ist die jede Beschreibung des Höchsten auch eine neue Möglichkeit mit dieser Suche fortzufahren – der ewigen Suche nach dem Einen ohne ein Zweites, der Wahrheit mit ihren tausend Namen.
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